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Akupunktur ist ein sehr altes Heilverfahren, das wahrscheinlich in Eurasien weit verbreitet war und dessen Spüren über 5000 Jahre zurückverfolgt werden können. Es wurde jedoch im klassischen China und unter taoistischen und konfuzianischen Einflüssen zu einem systematischen und "wissenschaftlichen" Verfahren ausgearbeitet.
Bereits im 26. Jahrhundert vor Christus forderte der Kaiser Huang Ti, seine Untertanen "mit kleinen dünnen Nadeln zu stechen, die man in die Muskulatur einführt, um Blutzirkulation und Energiekreislauf anzuregen." Er wünsche, so heißt es in einem überlieferten Schriftstück, "dass diese Art der Therapie über das ganze chinesische Reich verbreitet und an spätere Generationen überliefert wird." Der Kaiser stellte diesem Wunsch die Forderung zur Seite, daß man dazu eine "klare Methodik der Nadelbehandlung" herauszuarbeiten habe.
Mit Huang Ti beginnt also eine Reform, die Wissenschaftlichkeit in die Akupunktur bringen sollte. Diese entwickelte sich seither auf Grund schriftlicher Erfahrungskompendien, der Ausbildung einer Rezeptionsgeschichte (Lesen und kommentieren klassischer Werke der Akupunktur durch spätere Ärztegenerationen) und der Ausbildung verschiedener Schulen. Über die Epochen und zwischen den Schulen wurden theoretische Debatten um die konfuzianischen und taoistischen Deutungen der Krankheit und der Energiekonzepte geführt. Seit dem 13.Jh. erscheinen auch "rationalistische" Konzeptionen der Deutung der Methode.
Neben dieser wissenschaftlichen" Strömung hat sich diese Heilkunst auch durch die persönliche Überlieferung und Schulung vom Arzt auf seine Söhne und Nachfolger übertragen. Prinzipien, Krankheitserklärungen und Therapiewege der traditionellen chinesischen Medizin und der Akupunktur beruhen insofern sowohl auf diskursiven als auch auf magischen Traditionen.
Krankheiten entstehen, wenn äußere oder innere pathologische Faktoren den Fluß des Qi (der Lebensenergie) blockieren. In Akupunkturpunkten an der Körperoberfläche sind diese Blockaden faßbar, können nachgewiesen und durch Akupunkturnadeln mit oder ohne Wärmezufuhr gelöst werden. Wenn die Rhythmen des Lebens wieder in unbehinderte Schwingen kommen, wird die gestörte Balance und Krankheit überwunden.
Aus diesen theoretischen Annahmen Gesagten ist einsichtig, daß die Behandlung bei sehr verschiedenen Arten von Krankheiten wirksam sein kann, daß aber Grenzen dort bestehen, wo die Krankheit zu Defekten in Organen oder Geweben geführt hat, die nicht mehr vom Qi, der Lebensschwingung durchdrungen werden können. Dies kann z. B. bei Tumoren, fortgeschrittenen Durchblutungsstörungen und bei fortgeschrittenen entzündlichen (Rheuma) und degenerativen (Arthrose) Krankheiten mit Defektbildungen der Fall sein. Auch "Geisteskrankheiten" sind können nicht immer mit Akupunktur behandelt werden.
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